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19.05.2026

Solaranlage fürs E-Auto: So lädst du dein Elektroauto mit eigenem Sonnenstrom

Wer ein Elektroauto fährt und gleichzeitig eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat, sitzt an einer der besten Kombinationen, die es im Bereich der privaten Energieversorgung derzeit gibt. Eine Solaranlage für das E-Auto zu nutzen bedeutet: fast kostenlos fahren mit Strom, den du selbst produziert hast. Kein Tankstop, keine Stromrechnung für das Laden, keine Abhängigkeit von steigenden Energiepreisen. Klingt gut? Ist es auch. In diesem Beitrag erkläre ich dir, wie die Kombination aus Photovoltaik und Elektroauto in der Praxis funktioniert, welche Anlage du dafür brauchst und worauf du beim Thema Wallbox und Lademanagement achten solltest.
Von: Tom Heess

Warum die Kombination Solaranlage und E-Auto so gut zusammenpasst

Elektroautos und Solaranlagen ergänzen sich aus einem einfachen Grund perfekt: Beide spielen ihre Stärken genau dann aus, wenn der andere sie braucht. Eine Photovoltaikanlage produziert den meisten Strom tagsüber, wenn die Sonne scheint. Wer tagsüber nicht zuhause ist und sein Auto nach der Arbeit oder am Wochenende lädt, kann diesen überschüssigen Solarstrom direkt in den Akku des Fahrzeugs leiten. Das Auto wird so zum fahrenden Stromspeicher, der gleichzeitig Mobilität und Energiepufferung verbindet. Hinzu kommt der finanzielle Aspekt. Wer sein Elektroauto mit Netzstrom lädt, zahlt aktuell je nach Tarif zwischen 25 und 40 Cent pro Kilowattstunde. Wer mit eigenem Solarstrom lädt, zahlt nur die Kosten der selbst erzeugten Kilowattstunde, die bei gut amortisierten Anlagen bei rund 6 bis 12 Cent liegt. Über ein Jahr und mehrere tausend Kilometer gerechnet kommt dabei eine Ersparnis zusammen, die einen echten Unterschied macht. Bei einem Jahresverbrauch von rund 2.000 kWh für das Fahrzeug kann die Ersparnis je nach lokalem Strompreis zwischen 300 und 700 Euro pro Jahr betragen.

Wie viel Strom braucht ein Elektroauto pro Jahr?

Bevor du eine Solaranlage für dein E-Auto planst, lohnt es sich, den tatsächlichen Stromverbrauch deines Fahrzeugs realistisch einzuschätzen. Die meisten Elektroautos der Mittelklasse verbrauchen zwischen 15 und 20 Kilowattstunden auf 100 Kilometer. Wer jährlich 15.000 Kilometer fährt, kommt damit auf einen Jahresstromverbrauch von etwa 2.250 bis 3.000 kWh allein für das Fahrzeug. Das ist ein erheblicher Zusatzverbrauch, der bei der Planung der Solaranlage von Anfang an einkalkuliert werden sollte. Wichtig ist dabei zu verstehen, dass nicht der gesamte Ladestrom aus der Solaranlage kommen wird. Wer tagsüber fährt und das Auto erst abends lädt, nutzt mehr Netzstrom. Wer hingegen das Auto tagsüber zuhause stehen hat und es während der produktivsten Solarstunden lädt, kann einen deutlich höheren Anteil an eigenem Solarstrom erreichen. Mit einem Batteriespeicher zuhause lässt sich dieser Anteil nochmals steigern, weil der tagsüber produzierte Überschüssige Strom zwischengespeichert und abends abgerufen werden kann.

Wie groß muss die Solaranlage für E-Auto und Haushalt sein?

Wer sowohl den Haushalt als auch ein Elektroauto mit Solarstrom versorgen möchte, muss diesen Zusatzverbrauch bei der Dimensionierung der Anlage berücksichtigen. Als Faustformel gilt: Pro 1.000 kWh Jahresstromverbrauch solltest du zwischen 1,25 und 1,5 kWp Anlagenleistung einplanen. Für einen Haushalt mit 4.000 kWh Verbrauch und einem Elektroauto mit 2.500 kWh Jahresbedarf ergibt sich ein Gesamtverbrauch von rund 6.500 kWh. Das entspricht einer empfohlenen Anlagenleistung von 8 bis knapp 10 kWp. In der Praxis empfehlen wir bei Heess Energy Solution für Haushalte mit Elektroauto fast immer eine Anlage im Bereich von 10 bis 15 kWp, kombiniert mit einem Batteriespeicher. Diese Auslegung stellt sicher, dass sowohl im Sommer als auch in den sonnenärmeren Wintermonaten ein sinnvoller Eigenverbrauchsanteil erreicht wird. Die Mehrkosten für eine größere Anlage amortisieren sich durch die zusätzlich eingesparten Ladekosten in der Regel deutlich schneller als viele vermuten.

Die Wallbox: Herzstück des smarten Ladens

Eine Wallbox ist die Schnittstelle zwischen deiner Solaranlage und dem Elektroauto. Anders als ein gewöhnliches Haushaltskabel lädt eine Wallbox das Fahrzeug mit einer deutlich höheren Leistung, typischerweise 11 kW bei einphasig oder dreiphasig angeschlossenen Modellen. Das sorgt dafür, dass ein Ladevorgang nicht Stunden dauert, sondern in überschaubarer Zeit abgeschlossen ist. Entscheidend für die Kombination mit einer Solaranlage ist aber nicht nur die Ladeleistung, sondern die Intelligenz der Wallbox. Eine einfache Wallbox lädt mit voller Leistung, unabhängig davon ob gerade Solarstrom verfügbar ist oder nicht. Eine solare Wallbox hingegen kommuniziert mit dem Wechselrichter der PV-Anlage und regelt die Ladeleistung dynamisch, also genau so, wie es der aktuelle Solarertrag erlaubt. Produziert die Anlage gerade 5 kW, lädt die Wallbox mit 5 kW. Produziert sie mehr, wird die Ladeleistung automatisch erhöht. Das maximiert den Anteil an eigenem Solarstrom und minimiert den Bezug aus dem Netz. Beim Kauf einer Wallbox solltest du daher immer darauf achten, ob sie eine solare Ladesteuerung unterstützt und ob sie mit dem Wechselrichter deiner Solaranlage kompatibel ist. Viele Hersteller bieten hier inzwischen eigene Ökosysteme an, die nahtlos zusammenarbeiten. Wir bei Heess Energy Solution planen Wallbox und Solaranlage immer gemeinsam, damit du von Anfang an das Maximum aus der Kombination herausholst.

Batteriespeicher: Den Eigenverbrauch nochmals maximieren

Wer sein Elektroauto hauptsächlich abends nach der Arbeit lädt, steht ohne Batteriespeicher vor einem Problem: Die Solaranlage produziert tagsüber am meisten, aber das Auto steht dann oft nicht zuhause. Ohne Speicher würde der Überschussstrom ins Netz eingespeist werden und das Auto abends mit teurem Netzstrom geladen werden. Ein Heimspeicher löst genau dieses Problem. Der tagsüber überschüssige Solarstrom wird im Batteriespeicher zwischengespeichert und abends abgerufen, wenn das Auto geladen werden soll. Damit steigt der solare Eigenverbrauchsanteil für das Laden in vielen Fällen von unter 30 Prozent auf 60 bis 80 Prozent. Die zusätzliche Investition in einen Speicher amortisiert sich bei einem Haushalt mit Elektroauto deshalb schneller als bei einem Haushalt ohne Fahrzeug, weil der Speicher täglich für das Laden eingesetzt wird und somit regelmäßig seinen vollen Nutzen entfaltet. Als grobe Orientierung für die Speichergröße gilt: Ein Heimspeicher mit 10 bis 15 kWh Kapazität reicht für die meisten Haushalte mit einem Elektroauto aus, um den täglichen Ladebedarf aus gespeichertem Solarstrom zu decken. Wer zwei Elektroautos zuhause lädt oder auch die Wärmepumpe über den Speicher versorgen möchte, sollte eine größere Kapazität einplanen.

Bidirektionales Laden: Das E-Auto als Heimspeicher

Ein Thema, das in den nächsten Jahren immer relevanter werden wird, ist das sogenannte bidirektionale Laden. Dabei kann der Akku des Elektroautos nicht nur geladen, sondern auch entladen werden, also Strom zurück ins Hausnetz oder sogar ins öffentliche Stromnetz abgeben. Das Konzept heißt Vehicle-to-Home (V2H) beziehungsweise Vehicle-to-Grid (V2G) und macht das Elektroauto zu einem fahrenden Großspeicher. Konkret bedeutet das: Wenn die Solaranlage tagsüber besonders viel produziert, wird der Überschuss im Fahrzeugakku gespeichert. Abends oder nachts, wenn die Solaranlage nichts produziert, gibt das Auto den gespeicherten Strom ans Haus ab. Ein modernes Elektroauto mit einem 60 bis 80 kWh Akku bietet damit eine Speicherkapazität, die ein typischer Heimspeicher bei weitem nicht erreicht. In Deutschland und Österreich sind aktuell erst wenige Fahrzeuge und Ladestationen für bidirektionales Laden ausgerüstet, aber die Entwicklung geht schnell voran und es lohnt sich, dieses Thema bei der Planung bereits im Blick zu haben. Wir verfolgen diese Entwicklung bei Heess Energy Solution sehr genau und beraten dich gerne dazu, welche Fahrzeuge und Systeme heute bereits kompatibel sind und was in den nächsten Jahren zu erwarten ist.

Förderungen für Wallbox und Solaranlage in Deutschland und Österreich

Sowohl für die Solaranlage als auch für die Wallbox gibt es in Deutschland und Österreich Fördermöglichkeiten, die du unbedingt nutzen solltest. In Deutschland fördern viele Bundesländer und Kommunen Wallboxen mit Zuschüssen, und auch die KfW hat in der Vergangenheit entsprechende Programme aufgelegt. Für Photovoltaikanlagen gilt seit 2023 der Nullsteuersatz bei der Mehrwertsteuer für Anlagen bis 30 kWp, was die Anschaffungskosten direkt um 19 Prozent senkt. In Österreich fördert der Klima- und Energiefonds Photovoltaikanlagen sowie Stromspeicher über das Programm EAG-Förderung. Zusätzlich bieten viele Bundesländer eigene Zuschussprogramme an. Auch für Wallboxen und Ladeinfrastruktur gibt es in Österreich Förderschienen auf Landes- und Bundesebene. Da sich die Förderprogramme regelmäßig ändern, empfiehlt es sich, zum Zeitpunkt der Planung die aktuellen Programme direkt beim zuständigen Förderstelle abzufragen oder einen Fachbetrieb einzubeziehen, der den Überblick behält.

Jetzt planen und langfristig sparen

Die Kombination aus Solaranlage und Elektroauto ist eine der wirtschaftlich attraktivsten Entscheidungen, die du als Eigenheimbesitzer treffen kannst. Du erzeugst deinen eigenen Strom, fährst mit einem Bruchteil der bisherigen Energiekosten und bist unabhängiger von schwankenden Strompreisen. Mit der richtigen Anlage, einer smarten Wallbox und einem gut dimensionierten Speicher lässt sich der solare Eigenverbrauchsanteil beim Laden auf 60 bis 80 Prozent steigern. Bei Heess Energy Solution planen wir Photovoltaikanlage, Batteriespeicher und Wallbox immer als aufeinander abgestimmtes Gesamtsystem. Wir schauen uns deinen tatsächlichen Verbrauch an, berücksichtigen dein Fahrverhalten und dimensionieren die Anlage so, dass du auch in den Wintermonaten optimal versorgt bist. Melde dich gerne für ein kostenloses Erstgespräch, dann rechnen wir gemeinsam durch, was für deine Situation das Beste ist.

Über den Autor:

Tom Heess
Geschäftsführer
Nach mehreren Jahren intensiver Arbeit und Erfahrungssammlung auf den Dächern, bei der Montage von Photovoltaikanlagen und der Vorbereitung für Elektriker, habe ich, Tom Heess, immer tiefer in die Welt der Solarenergie eintauchen können.

FAQ

Kann ich mein Elektroauto direkt mit dem Solarstrom vom Dach laden?
Ja, genau das ist die Idee dahinter. Mit einer solaren Wallbox, die mit deinem Wechselrichter kommuniziert, wird die Ladeleistung dynamisch an den aktuellen Solarertrag angepasst. So fließt möglichst viel eigener Solarstrom direkt in den Fahrzeugakku. Ohne smarte Steuerung lädt die Wallbox mit fixer Leistung und bezieht bei Bedarf ergänzend Netzstrom.
Wie viel Strom brauche ich für ein Elektroauto pro Jahr?
Das hängt vom Fahrzeug und den jährlichen Kilometern ab. Die meisten Elektroautos der Mittelklasse verbrauchen zwischen 15 und 20 kWh auf 100 Kilometer. Bei 15.000 Kilometern im Jahr ergibt das einen Jahresstromverbrauch von etwa 2.250 bis 3.000 kWh. Dieser Wert sollte bei der Planung der Solaranlage direkt auf den Haushaltsverbrauch aufgeschlagen werden.
Brauche ich unbedingt einen Batteriespeicher, wenn ich ein E-Auto habe?
Nicht unbedingt, aber es lohnt sich fast immer. Wer sein Auto tagsüber zuhause lädt, kann auch ohne Speicher einen hohen Solaranteil erreichen. Wer hingegen tagsüber fährt und das Auto erst abends lädt, profitiert enorm von einem Heimspeicher, weil der Überschussstrom zwischengespeichert und später für das Laden genutzt werden kann. Bei einem Haushalt mit Elektroauto amortisiert sich der Speicher in der Regel schneller als ohne Fahrzeug.
Welche Wallbox passt zu meiner Solaranlage?
Entscheidend ist, dass die Wallbox eine dynamische Ladesteuerung auf Basis des aktuellen Solarertrags unterstützt. Viele Hersteller bieten Wallboxen an, die direkt mit gängigen Wechselrichtern kommunizieren. Wir bei Heess Energy Solution stimmen Wallbox und Solaranlage immer aufeinander ab, damit die Systeme reibungslos zusammenarbeiten.
Was ist bidirektionales Laden und lohnt es sich bereits heute?
Bidirektionales Laden bedeutet, dass der Fahrzeugakku nicht nur geladen, sondern auch entladen werden kann, um das Haus oder das Netz mit Strom zu versorgen. Heute ist diese Technologie noch in einer frühen Phase, und nur wenige Fahrzeuge und Ladestationen unterstützen sie bereits. Es lohnt sich aber, bei der Auswahl von Fahrzeug und Wallbox bereits auf Kompatibilität zu achten, damit du später nachrüsten kannst, ohne alles ersetzen zu müssen.
Wie hoch ist die Förderung für eine Wallbox in Deutschland und Österreich?
In Deutschland fördern viele Bundesländer und Kommunen Wallboxen mit Zuschussprogrammen. In Österreich gibt es Förderschienen auf Bundes- und Landesebene. Da sich die Programme regelmäßig ändern, empfiehlt es sich, den aktuellen Stand direkt beim zuständigen Förderstelle oder bei einem Fachbetrieb abzufragen. Wir halten dich bei der Planung über relevante Fördermöglichkeiten auf dem Laufenden.

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