Als grobe Orientierung gilt in der Praxis folgende Faustformel: Pro 1.000 kWh Jahresstromverbrauch solltest du zwischen 1,25 und 1,5 kWp Anlagenleistung einplanen. Ein Haushalt mit 4.000 kWh Jahresverbrauch benötigt damit eine Anlage von rund 5 bis 6 kWp. Dieser Wert liegt bewusst höher als die oft genannte 1-zu-1-Regel, und das aus zwei konkreten Gründen.
Erstens spielt das DC/AC-Verhältnis eine wichtige Rolle. Die Solarmodule auf dem Dach erzeugen Gleichstrom (DC), der Wechselrichter wandelt diesen in nutzbaren Wechselstrom (AC) um. Dabei entstehen Umwandlungsverluste von typischerweise 5 bis 10 Prozent, die beim Planen der Anlagengröße einkalkuliert werden müssen. Zweitens produziert eine Solaranlage den Großteil ihres Jahresertrags in den Sommermonaten, während der Strombedarf im Haushalt, besonders für Heizung, Warmwasser und Beleuchtung, vor allem im Winter höher ist. Wer die Anlage zu knapp dimensioniert, deckt zwar den Sommerbedarf gut ab, hat aber im Winter deutlich höhere Netzbezüge als nötig.
Die Anlage sollte deshalb generell etwas größer ausgelegt werden als der reine Jahresstromverbrauch auf den ersten Blick vermuten lässt. In der Praxis ist eine bewusst großzügig dimensionierte Anlage mit Batteriespeicher fast immer die wirtschaftlich bessere Entscheidung als eine zu knapp geplante Anlage, die im Winter regelmäßig zu wenig liefert.