21.03.2026

Mieterstrom Photovoltaik: So profitieren Vermieter und Mieter gleichzeitig

Mieterstrom Photovoltaik ist eine der smartesten Ideen, die der Solarmarkt in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Dabei wird der Strom, den eine Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses erzeugt, nicht ins allgemeine Stromnetz eingespeist, sondern direkt an die Mieter im selben Gebäude verkauft. Das Ergebnis: Günstigerer Strom für Mieter, stabile Zusatzeinnahmen für Vermieter und eine Immobilie, die mit erneuerbarer Energie punktet. Klingt nach einer Win-Win-Situation? Das ist es tatsächlich, und in diesem Beitrag erkläre ich dir genau, wie das Modell funktioniert, wer davon profitiert und worauf du achten solltest.
Von: Tom Heess
Eine Hand hält einen grauen Gasmesser mit der Ziffernanzeige 10912865 m³.

Was ist Mieterstrom Photovoltaik genau?

Beim klassischen Betrieb einer Photovoltaikanlage an einem Mehrfamilienhaus wird überschuss Solarstrom ins öffentliche Netz eingespeist und zu einem festgelegten Einspeisevergütungssatz abgerechnet. Beim Mieterstrommodell hingegen bleibt der erzeugte Strom im Gebäude und wird direkt an die Bewohner geliefert. Der Vermieter oder ein beauftragter Dienstleister übernimmt dabei die Rolle des Stromlieferanten, und die Mieter zahlen einen Mieterstromtarif, der in der Regel günstiger ist als der übliche Netzstrompreis. Wichtig ist dabei: Mieter sind rechtlich geschützt und können nicht zur Abnahme von Mieterstrom gezwungen werden. Sie haben jederzeit die Möglichkeit, ihren Stromanbieter frei zu wählen. Der Mieterstromtarif muss gesetzlich mindestens 10 Prozent günstiger sein als der lokale Grundversorgungstarif. Damit ist das Modell für Mieter attraktiv, ohne ihnen eine Pflicht aufzuzwingen.

Wie funktioniert das Mieterstrommodell in der Praxis?

Der Ablauf ist einfacher als viele denken. Auf dem Dach des Gebäudes wird eine Photovoltaikanlage installiert, die Strom für die Bewohner produziert. Ein intelligentes Energiemanagementsystem verteilt den erzeugten Solarstrom in Echtzeit auf die einzelnen Wohneinheiten. Der Verbrauch wird über digitale Zähler (Smart Meter) erfasst, und die Abrechnung läuft automatisch. Reicht der produzierte Solarstrom einmal nicht aus, etwa nachts oder bei stark bewölktem Wetter, bezieht der Mieter automatisch Reststrom aus dem öffentlichen Netz, nahtlos und ohne eigenes Eingreifen. Der Vermieter schließt dafür entweder selbst einen Liefervertrag mit den Mietern ab oder überträgt diese Aufgabe an einen spezialisierten Dienstleister. Seit der Einführung des Mieterstromparagrafen gibt es vereinfachte rechtliche Rahmenbedingungen, die genau das ermöglichen, ohne dass der Vermieter ein vollwertiges Energieversorgungsunternehmen werden muss.

Die Vorteile für Vermieter

Für Vermieter ist Mieterstrom Photovoltaik vor allem eine Möglichkeit, die eigene Immobilie zukunftssicher aufzustellen und gleichzeitig eine stabile Rendite zu erwirtschaften. Wer eine Solaranlage auf seinem Mehrfamilienhaus betreibt und den Strom direkt an Mieter verkauft, erzielt einen höheren Erlös pro Kilowattstunde als bei der klassischen Netzeinspeisung. Während die Einspeisevergütung für neue Anlagen laut EEG zuletzt deutlich gesunken ist, liegt der Mieterstromtarif höher und damit deutlich attraktiver. Darüber hinaus steigert eine moderne Photovoltaikanlage in Kombination mit einem Mieterstromkonzept den Wert der Immobilie spürbar. Energieeffiziente Gebäude sind am Markt gefragter, lassen sich besser vermieten und erzielen höhere Kaufpreise. Auch bei der Neuvermietung kann ein günstiger Mieterstromtarif ein klares Verkaufsargument sein. Staatliche Förderung rundet das Bild ab: Für qualifizierte Mieterstromsysteme gibt es in Deutschland den sogenannten Mieterstromzuschlag, der die Wirtschaftlichkeit der Investition zusätzlich verbessert.

Die Vorteile für Mieter

Mieter profitieren in erster Linie durch günstigere Stromkosten. Da der Solarstrom direkt im Gebäude erzeugt wird, fallen keine Netzentgelte für den Transport an. Genau diese Netzentgelte machen beim normalen Strompreis einen erheblichen Anteil aus, weshalb Mieterstrom strukturell günstiger sein kann als Netzstrom vom öffentlichen Versorger. Hinzu kommt die gesetzliche Verpflichtung, dass der Mieterstromtarif mindestens 10 Prozent unter dem Grundversorgungspreis liegen muss. Neben den direkten Kosteneinsparungen schätzen viele Mieter den Aspekt der Nachhaltigkeit. Wer in einem Mieterstromgebäude lebt, bezieht lokal erzeugten, sauberen Solarstrom und trägt aktiv zur Energiewende bei, ohne selbst eine Anlage besitzen oder finanzieren zu müssen. Gerade für ökologisch denkende Mieter ist das ein echter Mehrwert.

Rechtliche Grundlagen und Förderung in Deutschland und Österreich

In Deutschland ist das Mieterstrommodell seit 2017 durch den Mieterstromparagrafen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt. Vermieter, die eine PV-Anlage auf einem Wohngebäude betreiben und den Strom direkt an Mieter liefern, erhalten den Mieterstromzuschlag, der je nach Anlagengröße staffelt. Gleichzeitig sind Mieterstromsysteme von bestimmten Netzentgelten und Abgaben befreit, was die Wirtschaftlichkeit des Modells ermöglicht. In Österreich hat sich die rechtliche Situation durch das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) seit 2021 deutlich verbessert. Energiegemeinschaften ermöglichen es Eigentümern und Mietern, gemeinsam Strom zu erzeugen und zu teilen. Die Strukturen unterscheiden sich vom deutschen Modell, bieten aber ähnliche wirtschaftliche Anreize. Wer in Österreich plant, sollte sich über die Möglichkeit einer Gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage oder einer Erneuerbaren Energiegemeinschaft informieren, da diese Modelle steuerlich und regulatorisch besonders attraktiv sind.

Für wen lohnt sich Mieterstrom Photovoltaik besonders?

Das Modell ist besonders wirtschaftlich für Mehrfamilienhäuser mit drei oder mehr Wohneinheiten, da sich die Fixkosten für Abrechnung, Zähler und Verwaltung auf mehrere Parteien verteilen. Auch Gebäude mit einem hohen Tagsverbrauch, also beispielsweise Gebäude mit vielen Heimarbeitern, Pflegeeinrichtungen oder Wohnanlagen mit gemeinschaftlichen Einrichtungen wie Aufzügen und Tiefgaragenbeleuchtung, profitieren besonders stark. Je mehr Solarstrom direkt vor Ort verbraucht wird, desto höher ist die Rendite für den Betreiber. Auch für Gewerbetreibende mit Mitarbeitern oder Kunden, die im selben Gebäude ansässig sind, kann das Modell interessant sein. Wer eine Lagerhalle oder ein Firmenobjekt besitzt, das er teils selbst nutzt und teils vermietet, kann den erzeugten Solarstrom effizient auf beide Nutzungsarten verteilen. Die Kombination aus Eigenverbrauch, Mieterversorgung und Netzeinspeisung lässt sich mit einem modernen Energiemanager flexibel steuern.

Was kostet die Einrichtung und ab wann rechnet es sich?

Die Investitionskosten für eine Mieterstrom-Photovoltaik-Anlage setzen sich aus der eigentlichen PV-Anlage, den Smart Metern für jede Wohneinheit, dem Energiemanagementsystem und den Installationskosten zusammen. Je nach Gebäudegröße und Dachbeschaffenheit liegen die Gesamtkosten typischerweise zwischen 20.000 und 80.000 Euro für ein Mehrfamilienhaus mit sechs bis zwanzig Einheiten. Die Amortisationszeit liegt bei gut geplanten Anlagen in der Regel zwischen sieben und zwanzig Jahren, wobei staatliche Förderungen und Steuervorteile die Rechnung deutlich verbessern. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit ist eine sorgfältige Planung. Die Anlagengröße muss zum tatsächlichen Verbrauch der Mieter passen, der Eigenverbrauchsanteil sollte maximiert werden, und die Abrechnungsstruktur muss klar und skalierbar sein. Hier zahlt es sich aus, mit einem erfahrenen Partner zusammenzuarbeiten, der nicht nur die Anlage installiert, sondern das gesamte System aus einer Hand plant und betreut.

Mieterstrom mit WEESS: Wie wir das bei Heess Energy Solution umsetzen

Bei Heess Energy Solution setzen wir für unsere Mieterstromprojekte auf das WEESS System, genauer gesagt auf die Kombination aus PowerTower und Zugspitze Speicher. WEESS ist ein Düsseldorfer Unternehmen, das sich vollständig auf Mieterstromtechnologie spezialisiert hat und mit dem PowerTower eine Lösung entwickelt hat, die viele der klassischen Bürokratiehürden technisch umgeht. Wir haben bereits die ersten Projekte damit erfolgreich umgesetzt und sind von der Praxistauglichkeit des Systems überzeugt. Das Herzstück des Systems ist der PowerTower, der als intelligentes Energieverteilungssystem direkt im Gebäude installiert wird. Er trennt PV-Strom und Netzstrom physisch voneinander und entscheidet in Echtzeit, welcher Haushalt gerade mit Solarstrom versorgt wird und wann automatisch auf Netzstrom umgeschaltet wird. Die Umschaltzeit beträgt dabei 0 Millisekunden, was bedeutet, dass Mieter davon absolut nichts mitbekommen. Ein PowerTower versorgt bis zu 6 Wohneinheiten, und mehrere Tower können hintereinandergeschaltet werden, sodass auch größere Gebäude mit bis zu 72 Haushalten versorgt werden können. Ein zentraler Vorteil des WEESS Systems ist, dass der Betreiber rechtlich nicht als Stromlieferant gilt. Die Stromlieferung läuft weiterhin über bestehende Netzstromanbieter, das System operiert hinter dem Allgemeinzähler. Das bedeutet konkret: keine aufwendige Anmeldung beim Netzbetreiber, keine zusätzlichen energiewirtschaftlichen Pflichten und keine laufenden Software- oder Lizenzgebühren. Die Abrechnung läuft automatisch über eine App, die sowohl dem Vermieter als auch den einzelnen Mietern volle Transparenz über Verbrauch, Solaranteil und Kosten gibt. Auch Balkonsolaranlagen der Mieter können über das System integriert und separat abgerechnet werden. Ergänzt wird der PowerTower durch den Zugspitze Speicher, ein All-in-One Heimspeichersystem auf LFP-Technologie-Basis mit bis zu 20 kWh Kapazität und einer 10-Jährigen Garantie. Der Speicher erhöht den Eigenverbrauchsanteil erheblich, weil überschüssiger Solarstrom tagswüber zwischengespeichert und abends an die Mieter abgegeben werden kann, statt ins Netz eingespeist zu werden. Das integrierte Energiemanagementsystem berücksichtigt dabei dynamische Stromtarife und optimiert den Ladeplan automatisch. Wir planen bei Heess Energy Solution in Kürze eine eigene Informationsseite zu Mieterstrom, zur Gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung und speziell zum WEESS System. Wenn du für dein Mehrfamilienhaus oder Gewerbeobjekt eine Mieterstromlösung planst, berate ich dich gerne persönlich und zeige dir anhand unserer bereits umgesetzten Projekte, wie das Ganze in der Praxis aussieht.

Über den Autor:

Tom Heess
Geschäftsführer
Nach mehreren Jahren intensiver Arbeit und Erfahrungssammlung auf den Dächern, bei der Montage von Photovoltaikanlagen und der Vorbereitung für Elektriker, habe ich, Tom Heess, immer tiefer in die Welt der Solarenergie eintauchen können.

FAQ

Kann ich als Vermieter meine Mieter zur Abnahme von Mieterstrom verpflichten?
Nein. Die Teilnahme am Mieterstrommodell ist für Mieter freiwillig. Sie können jederzeit ihren Stromanbieter frei wählen. Um attraktiv zu sein, muss der Mieterstromtarif gesetzlich mindestens 10 Prozent günstiger sein als der örtliche Grundversorgungstarif.
Brauche ich als Vermieter eine Lizenz als Energieversorger?
Für kleine Mieterstromsysteme ist keine vollumfängliche Energieversorgerlizenz erforderlich. Beim WEESS System gilt der Betreiber sogar rechtlich nicht als Stromlieferant, was den Aufwand nochmals deutlich reduziert. Es empfiehlt sich trotzdem, die Details mit einem Fachbetrieb abzuklären, da sich die Voraussetzungen je nach Anlagengröße und Land unterscheiden.
Wie hoch ist der Mieterstromzuschlag in Deutschland?
Der Mieterstromzuschlag wird von der Bundesnetzagentur festgelegt und jährlich angepasst. Er staffelt sich nach der installierten Leistung der PV-Anlage. Die aktuellen Sätze solltest du immer direkt bei der Bundesnetzagentur oder einem Fachbetrieb erfragen, da sie sich regelmäßig ändern.
Funktioniert Mieterstrom auch in Österreich?
Ja, in Österreich gibt es seit dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) attraktive Modelle für gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen und Energiegemeinschaften. Die rechtlichen Strukturen unterscheiden sich vom deutschen Modell, bieten aber ähnliche wirtschaftliche Vorteile.
Was passiert, wenn die Solaranlage nicht genügend Strom produziert?
Reicht der erzeugte Solarstrom nicht aus, bezieht der Mieter automatisch Reststrom aus dem öffentlichen Netz. Beim WEESS System geschieht die Umschaltung in 0 Millisekunden, vollkommen unbemerkt. Ein modernes Energiemanagementsystem stellt sicher, dass die Versorgung jederzeit gewährleistet ist.
Lohnt sich Mieterstrom Photovoltaik auch für kleine Mehrfamilienhäuser?
Bei sehr kleinen Gebäuden mit nur zwei oder drei Einheiten kann die Wirtschaftlichkeit durch fixe Verwaltungskosten schmäler ausfallen. Mit dem WEESS System sind die Einstiegskosten jedoch überschaubar, da keine Lizenzgebühren anfallen und die Einrichtung deutlich einfacher ist als bei klassischen Modellen. Eine individuelle Wirtschaftlichkeitsrechnung gibt hier Sicherheit.

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